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Landung geglückt: Erste Nahaufnahmen vom Asteroiden Ryugu erreichen die Erde

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Die Oberfläche des Asteroiden Ryugu. - Foto © DLR MASCOT

Die Oberfläche des Asteroiden Ryugu am 03.10.2018. – Foto © DLR MASCOT

(doepfer) – In rund 300 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde hat sich am Tag der Deutschen Einheit etwas höchst Außergewöhnliches ereignet: Erstmals in der Raumfahrt-Historie ist eine Forschungssonde an einem Asteroiden vorbeigeflogen und hat einen Lander auf ihm abgesetzt: MASCOT (= Mobile Asteroid Surface Scout), u.a. gebaut vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

In den frühen Morgenstunden des 03.10.2018 näherte sich die japanische Raumsonde Hayabusa 2 dem Asteroiden Ryugu (1999 JU3) bis auf rund 51 Meter an, um das ungewöhnliche Manöver zu starten und MASCOT „abzuwerfen“. Hierfür gab Hayabusa 2 dem in ihr steckenden, etwa schuhkartonförmigen Apparat, einen Schubs hinaus ins All und MASCOT bewegte sich sozusagen in Zeitlupe der Oberfläche des Asteroiden Ryugu entgegen.

Foto vom Anflug auf den Asteroiden Ryugu. - Foto © JAXA DLR

Foto vom Anflug auf den Asteroiden Ryugu. – Foto © JAXA DLR

Gegen 08:00 Uhr MESZ hatten die Forscher im Kontrollzentrum am DLR in Köln dann die Bestätigung der Landung und empfingen ein erstes Schwarz-Weiß-Foto (siehe ganz oben). Ein Tag auf Ryugu dauert nahezu siebeneinhalb Stunden und man geht davon aus, dass auf dem Asteroiden bei Sonnenschein bis zu 47 Grad Celsius herrschen, bei Nacht jedoch um die minus 63 Grad.

MASCOT verfügt über vier Instrumente: 1.) eine Weitwinkelkamera für hochauflösende Fotos von den Oberflächenstrukturen / 2.) ein Radiometer, dass die Oberflächentemperatur im Wechsel von Tag und Nacht und die thermischen Eigenschaften des Bodens messen soll / 3. ein Infrarotspektralmikroskoprad, dass den Wissenschaftlern in Deutschland und Frankreich Erkenntnisse über mineralogischen Aufbau des Bodenmaterials liefern soll / 4.) ein Magnetometer zur Ermittlung der Eigenschaften von Ryugus Magnetfeld.

Detailaufnahme des Asteroiden Ryugu, aufgenommen von Huyabasa 2 mit dem Optical Navigation Camera-Teleskop. - Foto © JAXA DLR

Detailaufnahme des Asteroiden Ryugu, aufgenommen von Huyabasa 2 mit dem Optical Navigation Camera-Teleskop. – Foto © JAXA DLR

Die MASCOT-Daten werden per Funk an Hayabusa 2 übermittelt, die den Einsatz des Landers aus etwa drei Kilometern Höhe überwacht und die Daten an die Erde weitersendet. Rund 16 Stunden Energie liefert die Lithium-Ionen-Batterie von MASCOT, dann schläft die kleine High-Tech-Kiste ein und verbleibt für immer auf Ryugu. Zuvor sind aber noch einige Aktivitäten geplant: Zunächst richtet sich der Roboter mithilfe seiner Sensoren und Kameras aufrecht – dies macht er mit einen motorbetriebenen Schwungarm. Hierzu hüpft MASCOT vollautomatisch etwas in die Höhe, dreht sich dabei ein wenig und landet mehrere Meter erneut auf dem Boden. Während der 16 Stunden soll er zudem noch weitere Fotos aufnehmen.

Der Asteroid Ryugu, aufgenommen auf zwei Richtungen von Huyabasa 2. - Foto © JAXA DLR

Der Asteroid Ryugu, aufgenommen auf zwei Richtungen von Huyabasa 2. – Foto © JAXA DLR

Doch die Mission ist danach noch nicht erledigt. In den nächsten Monaten soll sich Hayabusa 2 dem Asteroiden mindestens zwei Mal extrem bis fast zu einem Bodenkontakt annähern, um eine Art Rüssel auf dessen Boden hinzubewegen, der bei Kontakt ein Projektil auf die Oberfläche feuert, um das davon herausgeschleuderte Bodenmaterial einzusaugen.

Sodann wird das Material in einer kleinen Dosenkapsel aus hitzebeständiger Keramik verstaut, die Ende nächsten Jahres von Hayabusa 2, die sich dann der Erde annähern wird,  abgeworfen werden soll. Läuft alles nach Plan wird die Kapsel dann in der Wüste Australiens wohlbehalten niedergehen und geborgen werden, um die Bodenproben später in Labors genauer zu untersuchen.

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