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„Zittern, Krämpfe, Steifigkeit“: In der heutigen Jenaer Abendvorlesung klärt UKJ-Neurologe Dr. Tino Prell über Ursachen, Diagnostik und Therapie von Bewegungsstörungen auf

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Privatdozent Dr. Tino Prell leitet die Ambulanz für Bewegungsstörungen am Universitätsklinikum Jena. - Foto UKJ

Privatdozent Dr. Tino Prell leitet die Ambulanz für Bewegungsstörungen am Universitätsklinikum Jena. – Foto: UKJ

(UKJ/me) – Wenn das Trinken aus der Tasse zur Zitterpartie oder der Gang zum Supermarkt zur Qual wird, sind das nur zwei Beispiele, wie sich Bewegungsstörungen auf den Alltag auswirken können.

„Wir kennen eine Bandbreite an Erkrankungen, die sich ganz grob in Unter- und Überbeweglichkeiten unterscheiden lassen. Überbeweglichkeiten können sich in Zittern, in der Fachsprache sagen wir Tremor oder einschießende Bewegungen, etwa bei Chorea Huntington, zeigen. Unterbeweglichkeit, also verlangsamte Bewegungen und Steifigkeit, sind typisch für Parkinson“, erklärt PD Dr. Tino Prell, Leiter der Ambulanz für Bewegungsstörungen der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

In der Jenaer Abendvorlesung am heutigen Mittwoch wird er einen Überblick zu den Bewegungsstörungen geben und über deren Ursachen sowie aktuelle Diagnose- und Therapieverfahren sprechen. Sein Vortrag beginnt am 26.02.2020 um 19:00 Uhr im Hörsaal 1 des Klinikums am Standort Lobeda.

Bewegungsstörungen haben vielfältige Ursachen, die insbesondere mit dem Gehirn zusammenhängen. „Bei normalen Bewegungen arbeiten verschiedene Hirnregionen reibungslos miteinander. Wenn eine Region allerdings nicht richtig funktioniert, dann kommt es zu Bewegungsstörungen. Beim Parkinson wissen wir, dass Nervenzellen, die Dopamin enthalten, vor der Zeit altern. Das passiert unter anderem, weil sich Eiweiße falsch falten und dann die Zellen nicht mehr richtig funktionieren. Es gibt aber auch Bewegungsstörungen, an deren Ursachen noch mit Hochdruck geforscht wird“, so Prell.

Jährlich suchen über 1000 Patienten das Zentrum für Bewegungsstörungen des Jenaer Neurologen auf. Bewegungsstörungen können zu mehreren Folgeproblemen führen, weiß der Neurologe: „Für Patienten, die beispielsweise nicht mehr richtig essen und trinken können, wird ein Restaurantbesuch undenkbar. Denn sie trauen sich nicht mehr aus dem Haus zu gehen, haben Angst, dass die Leute tuscheln. Diese Stigmatisierung belastet Patienten und nimmt Lebensqualität.“ Je früher eine Therapie beginnt, umso besser. „Viele Erkrankungen erfordern eine medikamentöse Therapie. Damit können Parkinson und Tremor beispielsweise oft sehr gut behandelt werden.“

Prell und seine Kollegen setzen am UKJ auch auf die Tiefe Hirnstimulation und Botulinumtoxin als moderne Therapiemöglichkeiten. „Bei der Tiefen Hirnstimulation werden winzige Elektroden in die erkrankte Hirnregion implantiert, die gezielt Netzwerke im Gehirn beeinflussen können. Beim Parkinson können dadurch Medikamente oft deutlich reduziert werden. Auch Botulinumtoxin, bekannt als Botox, ist sehr effektiv und wird beispielsweise bei einer erhöhten Anspannung, der Spastik oder Verkrampfung von Muskeln, einer Dystonie, eingesetzt. Allerdings muss es alle drei bis vier Monate neu gespritzt werden.“ Bewegungsstörungen könne man leider nicht wirklich vorbeugen. „Aber eine gesunde Lebensweise kann Problemen, die durch eine Bewegungsstörung auftreten, entgegenwirken“, so der Experte für Bewegungsstörungen.

Autor: RADIO JENA Redaktion JENAhoch2

Die Rundfunkinitaitive "103komma4 FM" startete am 01.01.2000 bei Radio OKJ das lokale Hörfunkprogramm "Radio Jena". Ab 2007 erschien mit "Lichtstadt.Netz" (später "Lichtstadt.News") ein erstes Online-News-Angebot von Radio Jena, das 2014 zum Omnichannel-Media-Portal "JEZT" (heute: "JENAhoch2") ausgebaut wurde. Die gemeinsame Radio- und Online-Redaktion erarbeitet Reportagen, Analysen, Berichte und Infos. "JENAhoch2" wird ehrenamtlich betrieben, ist nicht-kommerziell und erzielt auch keinerlei Einnahmen durch die Veröffentlichung von Reklame.

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