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Kemmerich: Bisher kein Ergebnis des Geheimtreffens mit Lindner und Wissing bekannt / Kritik von Thüringer Liberalen wird stärker

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Foto: MediaPool Jena

(Wolfgang Wolf) – Anfang Februar wurde er auch durch Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen gewählt: FDP-Landes- und Fraktionschef Thomas L. Kemmerich. Nach bundesweit heftiger Kritik trat er nach nur drei Tagen zurück. Vor Kurzem hatte der Erfurter Politiker angekündigt, er könne sich vorstellen, bei der vorgezogenen Landtagswahl im April 2021 erneut als Spitzenkandidat anzutreten. Außerdem bezeichneten Kemmerich die Annahme der MP-Wahl nicht als Fehler, sondern kritisierte das Verhalten anderer Parteien im Umgang damit. Daraufhin entzog ihm das Partei-Präsidium der Liberalen in Berlin einstimmig die Unterstützung im Landtagswahlkampf.

Doch nun bekam Kemmerich offenbar eine letzte Chance, „Mea culpa“ zu sagen: Am gestrigen Vormittag fand in Berlin ein Geheim-Gespräch zwischen ihm, FDP-Chef Christian Lindner und dem Generalsekretär der Liberalen, Volker Wissing, statt, mit dem Ziel, Thomas Kemmerich die Spitzenkandidatur 2021 ausreden. Stimmt der dem zu, so der Plan, bekäme die FDP in Thüringen weiterhin die Unterstützung der Partei, so hieß es hinter vorgehaltener Hand aus der FDP-Zentrale. Während bisher keine Ergebnis des Treffens bekannt wurde, haget es weiter Kritik aus Teilen der Thüringer Liberalen. So erklärte beispielsweise Frank Bergmann vom OV Ronneburg:

Thomas Kemmerich hat als Vorsitzender seine Politik vom ersten Tag an ohne wenn und aber durchgesetzt und auch seine Erfolge damit gefeiert! Leider mit der Folge einer totalen Selbstüberschätzung, den „Roten Baron“ mit seinen Wasserträger von SPD und Bündnis90/Die Grünen mit einer eigenen Kandidatur aus der politischen Verantwortung zu fegen.

So löblich die vielen Motive im nachhinein auch vom LV und seinen Unterstützern dargestellt wurden, sich bewusst mit den Stimmen von „Höcke’s Konsorten“ zum MP wählen zu lassen, war und bleibt ein unverzeihlicher Fehler!

Die jetzige Forderung nach einem Ombudsverfahren ist in meinen Augen der klägliche Versuch seine Schuld nach Berlin zu schieben. Ja sogar mit einem Schiedsverfahren zu drohen, ist eine maßlose Fehleinschätzung aller liberalen Grundsätze und parteiinternen Gepflogenheiten und sollte dringend nochmal von den Befürwortern beraten werden, um weiteren Schaden an der Liberalen Front in Thüringen abzuwenden!

Er hoffe das sich sehr bald gemäßigtere Kräfte in Erfurt durchsetzen werden und den Thüringer Liberalen ein Neustart in letzter Minute ohne weitere Verletzungen gelingen möge, so Bergmann, der seine Erklärung mit den Worten schließt: „Thomas Kemmerich hat seine Chance gehabt und leider in meinen Augen viel zu einseitig genutzt! Lassen wir uns jetzt nicht durch überzogene Forderungen und Ansichten Einzelner weiter entzweien, sondern gegenseitig die gemachten Fehler verzeihen! Lasst uns aus den letzten Monaten lernen wieder gemeinsam zu streiten und zu kämpfen!
Für ein Thüringen der Mitte und nicht der Ränder!!!“

Autor: RADIO JENA Redaktion JENAhoch2

Die Rundfunkinitaitive "103komma4 FM" startete am 01.01.2000 bei Radio OKJ das lokale Hörfunkprogramm "Radio Jena". Ab 2007 erschien mit "Lichtstadt.Netz" (später "Lichtstadt.News") ein erstes Online-News-Angebot von Radio Jena, das 2014 zum Omnichannel-Media-Portal "JEZT" (heute: "JENAhoch2") ausgebaut wurde. Die gemeinsame Radio- und Online-Redaktion erarbeitet Reportagen, Analysen, Berichte und Infos. "JENAhoch2" wird ehrenamtlich betrieben, ist nicht-kommerziell und erzielt auch keinerlei Einnahmen durch die Veröffentlichung von Reklame.

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