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Heute Abend ab 20:00 Uhr bei RADIO JENA: „Goldene Jahre – Musikalische Erinnerungen an Heiner Pudelko“ und „Les Mélanges Jarreōn 4: EōNLINE – Das Neujahrkonzert“

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Heiner Pudelko bei einem Auftritt seiner Band INTERZONE 1982. – Foto: http://www.heinerpudelko.de

(Rainer Sauer) – Schon sehr früh begann der in 18. August 1948 in Schlesien geborene Sänger, inspiriert durch Krawalle beim Berliner Konzert von Bill Haley & His Comets mit dem Musikmachen, gründete 1962 mit The Huts in West-Berlin eine Band, die bereits zwei Jahre später zusammen mit Spencer Davis auf der Bühne stand. 1968 gründete er mit dem gerade bei Tangerine Dream ausgestiegenen Bassisten Kurt Herkenberg die Band Curly Curve. Nachdem Pudelko Anfang der 1970er Jahre bei Curly Curve wieder ausgestiegen war, wurden einige Musiker Mitglied bei Curve, die später noch von Bedeutung für Pudelkos musikalische Karriere sein sollten: Gitarrist Leo Lehr und Schlagzeuger Hans Wallbaum.

Die Jahre 1978 bis 1987

Als 1978 die Nina Hagen Band ihre ersten großen Erfolge feiern konnte, war dies für Pudelko wie eine Initialzündung. Die Texte des Literaten Wolf Wondratschek hatten es ihm angetan, sie wollte er vertonen. Genau zu der Zeit kamen Herkenberg, Wallbaum und Lehr auf ihn zu und gemeinsam gründeten sie 1979 die Band Interzone.

Schon bald stieg Kurt Herkenberg wieder aus dem Projekt aus und das Trio Pudelko, Wallbaum und Lehr fusionierte mit dem Bassisten Ralf „Trotter“ Schmidt, Mario „BiBi“ Schulz (später Gitarrist bei Stoppok) und Keyboarder Axel Fuhrmann von der Berlin Bar Band zur zweiten Interzone-Formation. In einem Bunker in Berlin-Kreuzberg nahmen sie mit der Vier-Spur-Bandmaschine des damals noch kaum bekannten Tonmeisters Udo Arndt die erste Interzone-Platte auf: eine Single, die später den Titel „Kinderlieder aus Beton“ erhielt. Beim Verpacken half ihnen damals der Fotograf und Musikenthusiast Jim Rakete, der auch das Posterbild der Debütsingle aufgenommen hatte.

Interzone 1980. – Foto: Jim Rakete

Nach einem erfolgreichen Auftritt von Interzone im Sommer 1980 vor dem Berliner Bethanien bot die Plattenfirma WEA Pudelko und seiner Band einen Plattenvertrag an. Die erste Langspielplatte wurde aufgenommen, wieder mit Arndt als Tonmeister und Co-Produzent. Allerdings zeigte sich, dass die WEA nur an den Rechten der Wondratschek-Songtexte interessiert gewesen war. Deshalb stagnierte Monate lang die Entwicklung bei Interzone, doch Pudelkos eigene Texte, die er in dieser Zeit schrieb, brachten die Band zurück in die Erfolgsspur. Das erste „offizielle“ Bandalbum mit dem Gruppennamen als Titel nahmen die Fünf Anfang 1981 in Eigenregie mit Udo Arndt als Co-Produzenten auf. Erst eine Woche vor Aufnahmeende gab WEA nach und bot der Band einen fairen Vertrag an.

Das Debütalbum, erschienen im Sommer 1981, und der zwei Jahre später erschienene Nachfolger „Aus Liebe“ zählen heute noch zu den herausragenden Produktionen der Neuen Deutschen Welle (NDW). Die NDW erwies sich aber absolut nicht kompatibel mit der harten, auf Blues und Rock basierenden Musik Pudelkos. Des Weiteren überschatteten gleich mehrere Todesfälle innerhalb weniger Jahre aus dem engeren Umfeld von Interzone (Kurt Herkenberg † 1983, Conny Plank † 1987, Leo Lehr † 1988) die Karriere Pudelkos, der nach dem letzten Interzone-Album mit dem Titel „Das süsse Leben“ (1985 erschienen) zwei Solo-Alben veröffentlichte. Das erste Soloalbum wurde von der Ex-Ideal-Musikerin Annette Humpe und Conny Plank produziert, der allerdings während der Produktion verstarb.

Heiner Pudelko 1985 – Bildrechte http://www.heinerpudelko.de

Die Jahre 1988 bis 1995

Nach dem Ende von Interzone schrieb Heiner Pudelko unter anderem verschiedene Musiken für die TV-Jugendsendung „Moskito“ und arbeitete mit Stanley Clarke an dem Curt Cress-Soloalbum „Sing“, mit Heinz Rudolf Kunze („Gute Unterhaltung“) und Manfred Maurenbrecher („Der Junge kann malen“).

1991 erschien mit „Gloria“, produziert von Curt Cress, ein Comeback-Album, das auch von einem Fernsehauftritt bei Jürgen von der Lippe begleitet wurde. Nach bereits mehreren schweren Erkrankungen wurde 1993 bei Pudelko ein Gehirntumor entdeckt, der mit Chemotherapie bekämpft werden sollte. Pudelko nahm noch einige Demos für eine neue Platte auf, verstarb aber knapp eineinhalb Jahre später am 11. Januar 1995 im Alter von 46 Jahren an den Folgen der Krebserkrankung.

Lesen Sie zum 26. Todestag von Heiner Pudelko auch diesen ARTIKEL BEI SPIEGEL ONLINE / EINES TAGES!Und HIER findet man seine Musik bei amazon.

Ab 22:00 Uhr folgt dann bei RADIO JENA die 4. Ausgabe von „Les Mélanges Jarreōn“ mit dem Neujahrkonzert vom 01. Januar 2021 zuerst mit „TANDEM“ und anschließend gibt es „EōNLINE“ zu hören.

Autor: RADIO JENA Redaktion JENAhoch2

Die Rundfunkinitaitive "103komma4 FM" startete am 01.01.2000 bei Radio OKJ das lokale Hörfunkprogramm "Radio Jena". Ab 2007 erschien mit "Lichtstadt.Netz" (später "Lichtstadt.News") ein erstes Online-News-Angebot von Radio Jena, das 2014 zum Omnichannel-Media-Portal "JEZT" (heute: "JENAhoch2") ausgebaut wurde. Die gemeinsame Radio- und Online-Redaktion erarbeitet Reportagen, Analysen, Berichte und Infos. "JENAhoch2" wird ehrenamtlich betrieben, ist nicht-kommerziell und erzielt auch keinerlei Einnahmen durch die Veröffentlichung von Reklame.

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