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3.097 Mitglieder: USV Jena ist erneut der größte Mehrspartenverein in Thüringen, aber die Corona-Krise bereitet auch ihm Sorgen

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(USV Jena) – Im Januar jeden Jahres steht für alle Sportvereine in Thüringen eine wichtige Pflicht an, die jährliche Mitgliedermeldung an den Landessportbund. Was bei vielen Vereinen eine Sache von wenigen Minuten ist nimmt beim USV Jena etwas mehr Zeit in Anspruch. Schließlich beherbergt Thüringens größter Mehrspartenverein nicht einfach “nur” über 3000 Mitglieder, diese sind auch in 28 Abteilungen aktiv. Und da zur Mitgliedermeldung nicht nur eine blanke Zahl, sondern bei jedem einzelnen Mitglied auch die Frage der Zugehörigkeit zu einem Fachverband gehört, ist viel Kommunikation gefragt.

Die ehrenamtlichen Abteilungsleitungen müssen an die Geschäftsstelle melden, die wiederum an den Landessportbund. Und als ob das nicht schon genug Herausforderung wäre, stand genau in diesem Zeitraum auch der Wechsel der Software zur Verwaltung der Mitglieder im USV Jena an. “Wir haben schon Anfang Dezember angefangen, die Meldung mit den Abteilungen vorzubereiten. Das haben wir noch aus dem alten System gemacht. Durch die Corona Pandemie und den daraus resultierenden Lock Down verzeichnen wir gerade keine Eintritte und können unsere Software so etwas entspannter wechseln. Das ist wohl einer der wenigen positiven Aspekte der aktuellen Situation.” sagt USV-Geschäftsführer Thomas Fritsche.

Zukünftig soll die Meldung der Mitglieder samt Fachverband dann noch mehr automatisiert werden, so wie manch andere Bereiche der Verwaltung auch. Wann der Verein aber wieder zum Normalbetrieb zurückkehren kann, bleibt indes offen. “Derzeit sind wir massiv betroffen. Zwar halten uns die meisten Mitglieder die Treue, aber nahezu der gesamte Kursbetrieb im Hochschulsport, die Vermietung von Sportstätten und auch die Vermarktung liegen quasi brach. Dadurch haben wir deutlich weniger Einnahmen. Das ist auf Dauer nur schwer durchzuhalten.” zeigt sich USV-Präsident Prof. Christoph Englert besorgt. Zwar habe man im Hochschulsport sehr schnell ein digitales Programm mit 80 Kursen wöchentlich auf die Beine gestellt, allein vier Räume technisch für die Übertragung von Kursen ausgerüstet, aber kompensieren kann eine solche Maßnahme den Wegfall von über 500 Kursen und über 7000 Teilnehmenden im Semester natürlich nicht.

“Wir verringern die Kosten der Geschäftsstelle seit März letzten Jahres, müssen Beschäftigte in Kurzarbeit schicken und beantragen Gelder aus Hilfsprogrammen. Die helfen zwar aktuell, können aber die Ausfälle nur teilweise kompensieren. Deshalb greifen wir auf Rücklagen zurück, die uns in Zukunft bspw. für die Instandhaltung und Weiterentwicklung unserer Sportstätten fehlen werden.” sagt Dr. Andrea Altmann, Leiterin des Hochschulsports und Schatzmeisterin des Vereins. Neben den reinen finanziellen Schäden musste man 2020 auf weitere Dinge verzichten. Am 30. Mai 1990 als Nachfolger der Hochschulsportgemeinschaft der Universität gegründet wollte der Verein 2020 sein 30-jähriges Jubiläum feiern.

Angedacht war eine Veranstaltung vor allem für die vielen ehrenamtlich Engagierten im Verein. Daraus wurde leider nichts. “Ich denke eher nicht, dass wir diese Veranstaltung nachholen. Aber ganz sicher werden wir etwas zu feiern haben, wenn der Sportbetrieb wieder ohne große Einschränkungen losgehen kann.” äußert sich der USV-Präsident optimistisch. Doch gibt es auch positive Aspekte der aktuellen Situation? Die gibt es, meint der Geschäftsführer. Man war sehr gut auf die dezentrale Zusammenarbeit eingestellt, alle Kolleginnen und Kollegen verfügen über entsprechende technische Ausstattung. Hier hat der Verein seit Jahren vorgebaut. Auch die Zusammenarbeit mit den größtenteils ehrenamtlichen Abteilungsleitungen funktioniere gut. Viele Abteilungen halten Kontakt mit ihren Mitgliedern, bieten Online-Trainings an oder kleine Wettbewerbe. “Wir sehen, dass die Gemeinschaft USV Jena stark, die Identifikation mit dem Verein groß ist. Das macht uns Mut.”. sagte Fritsche. Wie lange es dauern wird, bis man den Austritt einiger Mitglieder und die ausbleibenden Eintritte wieder aufgefangen hat, vermag er jedoch nicht zu sagen. Das hänge sehr stark vom weiteren Verlauf der Einschränkungen ab.

Autor: RADIO JENA Redaktion JENAhoch2

Die Rundfunkinitaitive "103komma4 FM" startete am 01.01.2000 bei Radio OKJ das lokale Hörfunkprogramm "Radio Jena". Ab 2007 erschien mit "Lichtstadt.Netz" (später "Lichtstadt.News") ein erstes Online-News-Angebot von Radio Jena, das 2014 zum Omnichannel-Media-Portal "JEZT" (heute: "JENAhoch2") ausgebaut wurde. Die gemeinsame Radio- und Online-Redaktion erarbeitet Reportagen, Analysen, Berichte und Infos. "JENAhoch2" wird ehrenamtlich betrieben, ist nicht-kommerziell und erzielt auch keinerlei Einnahmen durch die Veröffentlichung von Reklame.

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