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„Was rettet die Kultur in Thüringen?“ – Das Zentrum Digitale Transformation Thüringen der FSU Jena lädt zur Podiumsdiskussion am 4. März

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Bietet die Digitalisierung einen Ausweg aus der Corona-Krise für Kulturschaffende. – Foto: FSU Jens Meyer

(Stephan Laudien) – „Digitalisierung der Kultur: Ausweg oder Sackgasse?“, so lautet der Titel einer Podiumsdiskussion, zu der das Zentrum Digitale Transformation Thüringen (ZeTT) der Friedrich-Schiller-Universität Jena am 4. März 2021 einlädt. Gäste sind der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow, Hans Elstner, Vorstand der rooom AG, Friederike Lüdde vom Theater Rudolstadt, Mathias Kaden vom Kulturamt Gera, Xenia Reich-Hemmerich von zwo20 Jena, Martin Kranz vom Achava-Festival Weimar sowie Jonas Zipf, der Präsident des Thüringer Kulturrates. Die Branchenexpertin Johanna Sittel und ZeTT-Geschäftsführer Dr. Thomas Engel moderieren die Veranstaltung.

Diskutiert wird von 16 bis 18 Uhr im Kassablanca in Jena, interessierte Gäste können das Gespräch per Livestream verfolgen. Der Link dazu findet sich unter https://zett-thueringen.de/podiumsdiskussion04-03-2021/. Wie geht es weiter mit der Kultur- und Kreativwirtschaft in Thüringen? Kann ein Neustart nach dem Ende der Pandemie gelingen? Fragen wie diese sollen am 4. März diskutiert werden. Eine aktuelle Expertenbefragung des ZeTT zeigt auf,  unter welchem enormen Druck die Kultur- und Kreativwirtschaft im Freistaat wegen der Corona-Krise geraten ist. Befragt wurden die Leiter von Kulturinstitutionen ebenso wie Agenturen, Veranstalter, Kuratoren oder Kinobetreiber. Der Tenor: Die Förderprogramme greifen zu kurz, einzelne Kulturangebote stehen vor dem Aus, Existenzen sind bedroht. Gleichzeitig erhöht sich die Relevanz von Digitalisierung in der Kultur.

„Unsere Erkenntnisse sind besonders erschreckend, wenn man sich die ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung der Kulturbranche vor Augen hält“, sagt Dr. Thomas Engel, der Geschäftsführer des ZeTT. Die Branche sei nicht nur ein großer und noch immer unterschätzter Arbeitsmarkt, sie trage auch maßgeblich zu gesellschaftlichen Innovationen und Veränderungen bei. Auf der anderen Seite seien Kreative und Kulturschaffende häufig von einer strukturellen Prekarität bedroht, die kaum beachtet wird. „Dieser Aspekt tritt durch das Brennglas der Pandemie gerade besonders stark zutage“, so Thomas Engel.

Wie die Expertenbefragung zeigt, beschäftigt ein weiteres Themenfeld die Kultur- und Kreativbranche: die Digitalisierung. Manche Akteure suchen den Ausweg aus der Krise in digitalen Formaten, unklar bleibt jedoch, ob solche Lösungen ein langfristiges Überleben sichern können. Ungeklärt ist zudem die Frage, wie die kulturspezifische Sozialität und subkulturelle Aktivitäten gerettet werden können. Andere sehen in der Digitalisierung vor allem eine Sackgasse, die die Qualität kultureller Güter senkt und die Existenz vieler Akteure bedroht. Die besondere Verwundbarkeit der Kulturbranche gefährdet nicht nur die Existenz der Betroffenen, sondern auch das gesellschaftliche Zusammenleben an sich. Deshalb besteht Handlungsbedarf: Bei der Krisenbewältigung und der Entwicklung neuer (digitaler) Geschäftsmodelle. Dafür bedarf es dringend die Unterstützung der Politik, u. a. mit passenden Förderprogrammen, damit Kunst und Kultur die Corona-Krise überleben und zum gesellschaftlichen Neustart sowie zur weiteren Transformation Thüringens beitragen können.

Die Ergebnisse der Experteninterviews haben die Forscherinnen und Forscher des ZeTT in einem Thesenpapier zusammengefasst, das auf ZeTT-Thesen-zur-Kulturbranche.pdf (zett-thueringen.de) zu finden ist.

Autor: RADIO JENA Redaktion JENAhoch2

Die Rundfunkinitaitive "103komma4 FM" startete am 01.01.2000 bei Radio OKJ das lokale Hörfunkprogramm "Radio Jena". Ab 2007 erschien mit "Lichtstadt.Netz" (später "Lichtstadt.News") ein erstes Online-News-Angebot von Radio Jena, das 2014 zum Omnichannel-Media-Portal "JEZT" (heute: "JENAhoch2") ausgebaut wurde. Die gemeinsame Radio- und Online-Redaktion erarbeitet Reportagen, Analysen, Berichte und Infos. "JENAhoch2" wird ehrenamtlich betrieben, ist nicht-kommerziell und erzielt auch keinerlei Einnahmen durch die Veröffentlichung von Reklame.

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