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„Hard Work“: Das cellu l’art Kurzfilmfestival präsentiert das CELLUTHÈQUE-Programm für den Mai 2021

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(Daniel Nordhoff) – Das cellu l’art Kurzfilmfestival präsentiert das CELLUTHÈQUE-Programm für den Mai 2021: „Hard Work“! In der celluthèque, die sich auf unserer Website befindet (https://cellulart.de/cellutheque), wird jeden Monat eine Auswahl an frei im Internet verfügbaren Kurzfilmen dargeboten, die wir unter wechselnden Mottos auswählen und kuratieren. Die Filme sind kostenlos und bis Ende des Monats verfügbar.

Das Motto für den Mai 2021 ist „Hard Work“. In diesem Monat widmen wir uns Kurzfilmen, die sich um das Thema Arbeit drehen. In sieben kurzen Filmen werden unterschiedliche Aspekte der Arbeitswelt gezeigt und thematisiert. Glasbläser, Schafscherer, Bauarbeiter, Straßenkehrer, Türsteher sowie Medizinerinnen und Juristinnen sind die
Protagonisteninnen der Filme. Es liegt auf der Hand, dass Dokumentarfilme den Schwerpunkt dieser celluthèque bilden, doch zu sehen sind auch ein Spielfilm sowie zwei Klassiker des Industriefilms.

„The Clinic“ von Elivia Shaw führt uns an einen Drogen-Hotspot von Fresno in Kalifornien. Mit dem Programm Fresno Needle Exchange soll Drogensüchtigen der Zugang zu sauberen Spritzen und einer unkomplizierten medizinischen Beratung ermöglicht werden. Dr. Marc Lasher, zusammen mit einem Team von Freiwilligen, arbeitet jeden Samstag in einer mobilen Klinik (einem umgebauten Kleinbus) und bietet Patientinnen Spritzen, ambulante Behandlungen und individuelle Beratungen an. „The Clinic“ zeigt die Medizinerinnen und ihre Patientinnen an einem der vielen Samstage: ein fesselnder Einblick in eine Arbeit an der Grenze zwischen ambulanter Medizin und sozialer Beratung.

Der Kurzfilm „High Steel“ des kanadischen Dokumentarfilmemachers Don Owen portraitiert Arbeitsmigranten aus dem Kahnawake-Mohawk-Reservat in Québec, die in New York im Hochhausbau arbeiten und dort die Stahlrahmen von Wolkenkratzern errichten. Zu sehen sind spektakuläre und schwindelerregende Blicke aus den luftigen Höhen Manhattans. Daneben führt der Film auch in die langjährige und bisweilen tragische Geschichte der Hochstahlbauer aus Kahnawake und thematisiert nebenbei auch die logistischen Mühen und sozialen Kosten saisonaler Arbeitsmigration für die Betroffenen. „High Steel“ gilt als Klassiker des kanadischen Dokumentarfilms und wurde international preisgekrönt (u. a. mit einem Jugendjurypreis bei der Berlinale 1966).

Wenn der Ruf „Sheepo“ erklingt, bedeutet dies, dass der Schafscherer nur noch ein einziges Tier zum Scheren übrig hat. Ian Robertsons kurzknackiger Vierminüter inszeniert den Alltag eines britischen Schafscherers wie einen Actionfilm, wie ein rasantes Rennen um die Zeit: Der große Wettkampfdruck um das schnellste Scheren wird visuell spürbar gemacht.

Schmerzverzerrte Gesichter, Verstümmelungen, abgetrennte Hände, Explosionen, Tote… Nein, „Shake Hands with Danger“ ist kein Kriegsfilm: Er war eine Auftragsarbeit der Caterpillar Company, ein Lehrfilm über Arbeitssicherheit auf der Baustelle. Aus einem „schnöden“ Sicherheitsbelehrungsfilm hat Regisseur Herk Harvey einen Klassiker des Industriefilms mit Westernelementen gemacht.

In „I Don’t make the Rules“ möchte Stephen, ein ehemaliger Footballspieler, nach einer Verletzung auf Jura umsteigen und in einer Anwaltskanzlei arbeiten. Doch bis zum begehrten Job muss er sich durch allerlei mühselige Gelegenheitsjobs schlagen. „I Don’t Make the Rules“, der Titel von Law Chens Kurzfilm, wird mehrmals in verschiedenen Kontexten erklingen – und daran erinnern, wie unausweichlich jeder Einzelne im System Kapitalismus gefangen ist, wie jeder Einzelne seinen Demütigungen ausgeliefert ist – und wie jeder Einzelne im Zweifelsfall eine Person findet, die er oder sie genauso ausbeuten kann.

„N.U.“ steht für „nettezza urbana“, also Straßenreinigung: Der gleichnamige Dokumentarfilm aus dem Jahr portraitiert die Arbeit von Straßenkehrern in Rom. Hinter dem Glamour und dem Glanz der Stadt stehen auch die namenlosen Arbeiterinnen, denen der Film ein kleines, poetisches Denkmal errichtet. Inszeniert wurde der Kurzdokumentarfilm
„N.U.“ von einem damals in der italienischen Kinoindustrie noch unbekannten Michelangelo Antonioni, der 20 Jahre später und mit Filmen wie „La notte“, „L’avventura“ und „Blow-Up“ zu den international berühmtesten und meistdiskutierten Regisseuren gehören würde.

Bert Haanstra, einer der großen niederländischen Dokumentarfilmer, drehte 1958 im Auftrag der „Royal Leerdam“-Glasfabrik einen halbstündigen Imagefilm und montierte aus dem Material dann eine persönliche und kürzere Variation des beauftragten Films, nämlich „Glas“. Die Protagonisten und Helden des Films sind die Glasbläser der Fabrik, die mit
geschickten Händen aus geschmolzener Glasmasse Glasprodukte fertigen. „Glas“ gewann nicht nur als erster niederländischer Film einen Oscar, sondern wurde auch bei den britischen BAFTA und bei der Berlinale preisgekrönt und gilt heute als einer der großen Klassiker des Industriefilms.

Das cellul’art Team freut sich, wenn Fans unseres Festivals und des Kurzfilms vorbeischauen und Feedback geben.

Autor: RADIO JENA Redaktion JENAhoch2

Die Rundfunkinitaitive "103komma4 FM" startete am 01.01.2000 bei Radio OKJ das lokale Hörfunkprogramm "Radio Jena". Ab 2007 erschien mit "Lichtstadt.Netz" (später "Lichtstadt.News") ein erstes Online-News-Angebot von Radio Jena, das 2014 zum Omnichannel-Media-Portal "JEZT" (heute: "JENAhoch2") ausgebaut wurde. Die gemeinsame Radio- und Online-Redaktion erarbeitet Reportagen, Analysen, Berichte und Infos. "JENAhoch2" wird ehrenamtlich betrieben, ist nicht-kommerziell und erzielt auch keinerlei Einnahmen durch die Veröffentlichung von Reklame.

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