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Unberechenbar und überheblich: Radfahrende sind die intolerantesten Verkehrsteilnehmer in unserer Stadt

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Fahrradfahrergruppe – Foto © SimpLine AdobeStockFotolia#159223635

(Wolfgang Wolf) – Ich weiß nicht, war es Täve Schur oder Walter Ulbricht, der einst sagte „Niemand hat die Absicht, einen Radweg zu benutzen“ – Fakt ist jedenfalls, dass unter dem intoleranten Verhalten einer großen Zahl Jenaer Radfahrender gegenüber den übrigen Verkehrsteilnehmern viele andere zu leiden haben, darunter ältere MitbürgerInnen und körperlich beeinträchtigte Menschen. Darauf verwies u.a. letzte Woche der Beirat für Menschen mit Behinderungen, welcher die vom ADFC und anderen Initiativen fortgesetzte Freigabe aller Fußgängerzonen für Radfahrer kritisch sieht. In einem Brief an die Fraktionen des Jenaer Stadtrats setzte sich das Gremium dafür ein, Konfliktzonen wie die Johannisstraße und die Löbderstraße für den fahrenden Radverkehr zu sperren, zeigte aber auch Alternativen auf.

Natürlich sei es völlig normal, dass die sog. „Pedalritter“ stets schnell und schneller unterwegs sein wollen, so Michael Schubert vom Beirat. Allerdings sei hierdurch der sichere Fußverkehr in die Defensive geraten. Beiratsmitglied Elke Metzner, zugleich Sprecherin der AG Barrierefreies Jena, ergänzte, dass die Geschwindigkeit der Radfahrer in Fußgängerzonen oft viel zu hoch sei, denn wer mit Krückstöcken unterwegs ist, könne nicht mal eben zur Seite springen, wenn ein Drahtesel auf ihn zugerast komme. Sie denke zudem an gehörlose oder schwerhörige Menschen, die herannahende Räder oder eine Klingel nicht wahrnehmen könnten, so Metzner, die anfügte „Fußgänger sind keine Randgruppe in Jena, ihnen muss mehr Bedeutung zukommen.“

Dagegen behauptet der AG-Radverkehr-Vorsitzende Lutz Jacob, es sei in unserer Stadt derzeit für motorisierte Fahreuge so gut wie unmöglich, Fahrradfahrer mit dem vorgeschriebenen 1,50 Meter Abstand seitlich zu überholen. Mit den Worten, das sei „rechtssauber in Jena kaum drin“ wurde er in der Lokalpresse zitiert. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht und überhole immer dann, wenn kein Fahrzeug entgegen kommt durch Nutzung der Gegenfahrsputr. Es klappte bisher stets mit 1,50 Meter Abstand.

Nun aber zu meiner Kritik. Wenn man, wie es Fahrradfahrer fast durchgängig machen, gegen (für alle VerkehrsteilnehmerInnen) geltende Verkehrsregeln verstößt, rote Ampeln ignoriert, Fußwege befährt, die nicht für den Radverkehr vorgesehen sind, sodass ältere Menschen, die das Haus verlassen in Gefahr gebracht werden, gegen die Befahrverbote von Einbahnstraßen verstößt (so wie es jüngst in der Löbstedter Straße – wie Messungen belegt haben, durchschnittlich mehr als 2.000 Radfahrer pro Tag machten; nichts gegen den Herdentrieb, aber Sperrzeichen sind Sperrzeichen) oder an Fußgängerüberwegen in einem Affenzahn versucht, ohne Abzusteigen zu queren, braucht man sich nicht zu wundern, dass sich Unterstützung wie Verständnis der Nichtradfahrer für die Bedürfnisse der Zweiradfahrer in Grenzen hält.

Ihr

Wolfgang Wolf

Autor: RADIO JENA Redaktion JENAhoch2

Die Rundfunkinitaitive "103komma4 FM" startete am 01.01.2000 bei Radio OKJ das lokale Hörfunkprogramm "Radio Jena". Ab 2007 erschien mit "Lichtstadt.Netz" (später "Lichtstadt.News") ein erstes Online-News-Angebot von Radio Jena, das 2014 zum Omnichannel-Media-Portal "JEZT" (heute: "JENAhoch2") ausgebaut wurde. Die gemeinsame Radio- und Online-Redaktion erarbeitet Reportagen, Analysen, Berichte und Infos. "JENAhoch2" wird ehrenamtlich betrieben, ist nicht-kommerziell und erzielt auch keinerlei Einnahmen durch die Veröffentlichung von Reklame.

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